Arbeitsteilung in der Familie

Die Arbeitsteilung in Familien und im Verlauf von Paar- und Familienbeziehungen ist seit vielen Jahren ein wichtiges Forschungsthema im ifb. In mehreren Projekten wurden und werden verschiedene empirische, theoretische und methodische Fragestellungen aus diesem Themenbereich untersucht.

Laufende Projekte

Abgeschlossene Projekte

„Innerfamiliale Arbeitsteilung als Prozess - Qualitative Teilstudie“ (2008-2011)

In dem von der DFG geförderten Fortsetzungsprojekt zur quantitativen Teilstudie wurden die qualitativen Längsschnittdaten zur Veränderung der Arbeitsteilung im Beziehungsverlauf, spezifisch im Übergang zur Elternschaft, ausgewertet. Zunächst wurde erfasst, wie sich die Aufteilung von Erwerbstätigkeit und Hausarbeit im Zuge des Übergangs zur Elternschaft verändert und wie die Betreuung des Kindes arrangiert wird. Zweitens, wurde untersucht, welche Aufteilungen von Erwerbsarbeit, Hausarbeit und Kinderbetreuung von den Paaren vor der Geburt antizipiert und schließlich praktiziert werden. Daran anschließend wurde analysiert, Woran die Erwartungen bezüglich der Arbeitsteilung gekoppelt sind. Die dritte Forschungsfrage fokussiert die subjektive Wahrnehmung der Paare: Wie deuten sie die Veränderungen, die sie im Übergang zur Elternschaft erlebt haben, und wie gehen sie damit um? Wie gestaltet sich das insbesondere bei Widersprüchen zwischen egalitären Vorstellungen und einer durch geschlechtsspezifische Arbeitsteilung gekennzeichneten Alltagspraxis nach der Geburt des Kindes?

„Zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Der Alltag erwerbsorientierter Paare nach dem Übergang zur Elternschaft“ (2007-2008)

In diesem Projekt, das durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert wurde, wurden die Daten der im DFG-Projekt „Innerfamiliale Arbeitsteilung als Prozess“ vorbereiteten, qualitativen Studie erhoben, aufbereitet, anhand eines in diesem Projekt entwickelten Kodeplanes vorstrukturiert sowie ein Methodenbericht verfasst. Bei der Studie handelt es sich um eine Längsschnittbefragung von 14 Paaren beim Übergang zur Elternschaft. Diese Paare wurden zum ersten Mal im Frühsommer 2006 in der Schwangerschaft zu ihrer aktuellen beruflichen und privaten Situation, zu vorausgegangenen Entwicklungen seit der Paargründung sowie zu ihren Plänen und Wünschen hinsichtlich Berufstätigkeit, Haushaltsarbeit und die Kinderbetreuung befragt. Etwa sechs bis zwölf Monate nach der Geburt ihres ersten Kindes wurden die Paare im Juni 2007 erneut zu diesen Themen befragt. Zusätzliche Schwerpunkten dabei waren, ob sie ihre Vorstellungen und Wünsche hinsichtlich der Alltagsgestaltung bei der Hausarbeit, der Kinderbetreuung, und hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf verwirklichen konnten, welche unterstützenden oder hinderlichen Rahmenbedingungen dabei relevant waren, und wie die jungen Väter und Mütter ihre derzeitige Situation subjektiv erleben. Die Befragungen fanden zu beiden Zeitpunkten für beide Partner getrennt statt.

„Innerfamiliale Arbeitsteilung als Prozess - Quantitative Teilstudie“ (2005-2007)

Das von der DFG geförderte Projekt hatte fünf Ziele. Erstens, die Beschreibung der Veränderung der Arbeitsteilung in Paarhaushalten (Umfang und Segregation der Tätigkeiten) in der Beziehungs- und Familienentwicklung im Längsschnitt. Zweitens, die dynamische Untersuchung und Weiterentwicklung von Theorien und Mechanismen zur Erklärung der Verlaufsmuster der Arbeitsteilung in der Beziehungs- und Familienbiographie. Drittens, die Beschreibung und Analyse der Arbeitsteilung bei Paaren mit unterschiedlichen Ressourcenkombinationen sowie die Reanalyse vorhandener, quantitativer Längsschnittdatensätze (Sozio-oekonomisches Panel, Bamberger-Ehepaar-Panel, Bamberger-Nichteheliche-Lebensgemeinschaften-Panel) hinsichtlich inhaltlicher und methodischer Grenzen bei der Analyse der innerfamilialen Arbeitsteilung. Viertens, die Vorbereitung einer explorativen, qualitativen Pilotstudie zur Erfassung der Dynamik von Entscheidungsprozessen über die Arbeitsteilung bei Paaren mit ausgewählten Ressourcenkombinationen im Übergang zur Elternschaft. Sowie fünftens, die Entwicklung neuer, theoriegeleiteter quantitativer und qualitativer Längsschnitterhebungsinstrumente zur Untersuchung der innerfamilialen Arbeitsteilung im Rahmen des Testpanelprojekts des DFG-Schwerpunktprogramms 1161.

Ausgewählte Veröffentlichungen

Dechant, Anna, Harald Rost & Florian Schulz (2014): Die Veränderung der Hausarbeitsteilung in Paarbeziehungen. Ein Überblick über die Längsschnittforschung und neue empirische Befunde auf Basis der pairfam-Daten. In: Zeitschrift für Familienforschung 26(2): 144 - 168.

Dechant, Anna & Florian Schulz (2014): Bedingungsszenarien einer partnerschaftlichen Arbeitsteilung beim Übergang zur Elternschaft in Deutschland. In: Comparative Population Studies 39(3): 587 – 614 || Scenarios for the equal division of paid and unpaid work in the transition to parenthood in Germany. In: Comparative Population Studies 39(3): 615 - 644.

Schulz, Florian, Annika Jabsen & Harald Rost (2008): Zwischen Wunsch und Wirklichkeit – Der Alltag erwerbsorientierter Paare beim Übergang zur Elternschaft. Methodenbericht einer qualitativen Längsschnittstudie. ifb-Materialien 4-2008. Bamberg: Staatsinstitut für Familienforschung.

Grunow, Daniela, Florian Schulz & Hans-Peter Blossfeld (2012): What Determines Change in the Division of Housework Over the Course of Marriage? In: International Sociology 27(3): 289 - 307.

Schulz, Florian (2010): Verbundene Lebensläufe. Partnerwahl und Arbeitsteilung zwischen neuen Ressourcenverhältnissen und traditionellen Geschlechterrollen. Wiesbaden: VS Verlag (ISBN 978-3-531-17455-6).

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