Wertschätzung der Aufgaben und Leistungen von Familie

Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens soll der Frage nachgegangen werden, welche Einstellungen die Bevölkerung zu Ehe und Familie hat und wie die Bedeutung von Familien hinsichtlich ihrer vielfältigen gesellschaftlichen Funktionen gesehen wird.

Bei der Diskussion um die "Krise der Familie" werden häufig Daten der amtlichen Statistik (rückläufige Heiratsziffern, steigende Scheidungszahlen, geringere Kinderzahlen sowie die Zunahme von Alleinlebenden) und deren zeitliche Entwicklung als Indikatoren angeführt. Das Gegenstück dazu, nämlich der Stellenwert, den Familie sowohl für die subjektive Lebensgestaltung wie auch für die Gesamtgesellschaft hat, bleibt dabei meist unberücksichtigt.

Gegenstand der Untersuchung

Da bekannt ist, dass die allgemeine Hochschätzung des Lebensbereiches groß ist, wurde das Thema eingebunden in flankerende Fragestellungen: So sollte einerseits Aufschluss darüber erlangt werden, inwieweit Familien-haben mit Nachteilen assozieret wird und welche negativen Folgen konkret gesehen werden. Andererseits widmete sich die Studie der Frage nach der Beurteilung der Leistungen , weche Familen für die Gesellschaft erbringen. Als weiterem Aspekt beschäftigte sie sich mit der Einschätzung der bisherigen wie auch den Forderungen an eine künftige Familienpolitik.

Methode

Die Erhebung der Meinung der Bevölkerung zu den Leistungen und Funktionen der Familien erfolgte in Form einer repräsentativen tefefonischen Umfrage. Die Erhebung, an der 1.650 Personen teilnahmen, wurde von infas druchgeführt. Die differenzierte multivariate Auswertung und Dokumentation übernahm eine Mitarbeiterin des ifb.

Ergebnisse

Seit langem stellen wissenschaftliche Studien fest, dass Familie unverändert eine außerordentliche Hochschätzung in der bundesdeutschen Bevölkerung genießt und die ifb-Daten betätigen dies belegen einmal mehr. Die eigene Familie wird auch heute als wichtiger und zentraler Lebensbereich eingeschätzt und Kinder zu haben wird als Bereicherung des Lebens erachtet. Wenngleich bei Befragten, die gerade in der aktiven Familienphase stehen, die Hochschätzung am ausgeprägtesten ist, gilt dies auch für junge Menschen. Durch die Aufwertung von Beruf und Arbeit treten diese Bereiche jedoch in Konkurrenz zur Familie. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen beiden Lebensbereichen, da es vielen junge Menschen schwierig erschient, beides in Einklang zu bringen.

Breite Anerkennung finden die Leistungen, welche Familien für unsere Gesellschaft erbringen: In der Familie werden die gesellschaftlichen Werte weitergegeben, sie steht für Solidarität und enge Beziehungen und sie trägt zum allgemeinen Wohlstand bei. Was Familien in diesem Zusammenhang leisten, wird jedoch zu wenig geachtet und unterstützt.

Familie-haben geht deshalb ganz eindeutig mit Nachteilen einher. Diese werden ganz besonders stark von Hochqualifizierten wahrgenommen - dem Personenkreis, der ja auch am seltensten Kinder bekommt. Was also muss Seitens der Politik getan werden, um die Entscheidung für Kinder und das Familienleben zu erleichtern?

Ein Knackpunkt ist eindeutig die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf - diese Problematik ist ein Dauerbrenner, für den noch immer keine wirklich befriedigende Lösung gefunden wurde. Wahrscheinlich wird auch deshalb der Familienpolitik kein sehr gutes Zeugnis ausgestellt.

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Projektinfo

Projekt im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen.

Laufzeit: 7/2002 bis 7/2003

Projektleitung: Prof. em. Dr. Dr. h.c. Laszlo A. Vaskovics, Dr. Tanja Mühling

Veröffentlichungen

Vaskovics, L.A../Mühling, T.: Wertschätzung der Aufgaben und Leistungen von Familien und Bewertung familienpolitischer Maßnahmen. Bamberg: Staatsinstitut für Familienforschung, ifb-Materialien 4-2003.