Forschungsschwerpunkte

Damit bei dem breiten Spektrum an Forschungsthemen Kontinuität und Spezialisierung gewährleistet werden können, setzt sich das ifb Forschungsschwerpunkte, an denen es über einen längeren Zeitraum hinweg arbeitet.

Familienberichterstattung

Eine Daueraufgabe des ifb ist die Familienberichterstattung. Dabei stehen insbesondere familiale Entwicklungsverläufe und die Veränderung von Familienstrukturen im Zentrum des Interesses. Beispiele hierfür sind die Zunahme von familialen Lebensformen, das steigende Alter beim Übergang zur Elternschaft oder die sich wandelnden sozialen und ökonomischen Verhältnisse, in denen Familien heute leben. Angesichts sich schneller verändernder gesellschaftlicher Rahmenbedingungen ist auch die Familie, insbesondere hinsichtlich ihrer Lebensformen und der Alltagsgestaltung, einem stetigen Wandel unterworfen. Insgesamt ist das Familienleben in den vergangenen Jahrzehnten vielfältiger geworden, vor allem aber auch wesentlich abhängiger von individuellen Entscheidungen. Eine profunde Berichterstattung über die aktuelle Situation und die Entwicklung der Familie ist für die Familienpolitik eine unverzichtbare Basis für ihre Weichenstellungen. Daneben ist sie auch für die Information der Öffentlichkeit von hoher Bedeutung. Daher ist die permanente Beobachtung der familialen Entwicklungen sowie deren Dokumentation eine Basisaufgabe des ifb. Durch eine kontinuierliche Berichterstattung im Rahmen des ifb-Familienreports Bayern wird eine solide und differenzierte Datenbasis für Bayern geschaffen und auf dem aktuellen Stand gehalten. Dies geschieht in Form eines Tabellenbandes, der jährlich aktualisiert wird und online verfügbar ist. Der Report selbst wird im Abstand von ca. drei Jahren komplett neu aufgelegt – jeweils mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten.
 

Familienbildung

Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich der Familienbildung. Durch verschiedene gesellschaftliche Veränderungen ist das Familienleben dynamischer, vielfältiger und in vielerlei Hinsicht – vor allem für die Erziehenden – auch anspruchsvoller geworden. Familienbildung soll dazu beitragen, dass Familien bei der Erfüllung ihrer Aufgaben möglichst passgenaue und bedarfsgerechte Unterstützung und Begleitung erhalten. Die vorhandenen Angebote sind ausgesprochen vielfältig, gleichzeitig jedoch oftmals unkoordiniert. Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration ist seit Langem darum bemüht, mehr Übersichtlichkeit in diesem Bereich herzustellen und eine gewisse Qualitätssicherung zu betreiben. Das ifb unterstützt diese Bestrebungen in unterschiedlicher Weise, beispielsweise durch die wissenschaftliche Begleitung von Praxisprojekten, die Erstellung verschiedener Materialien und Arbeitshilfen sowie durch Konzeption und Organisation von Fachveranstaltungen. Seit 2013 gibt es das staatliche Förderprogramm zur strukturellen Weiterentwicklung kommunaler Familienbildung und von Familienstützpunkten, welches auf dem vom ifb entwickelten Gesamtkonzept zur Familienbildung basiert. Flankierend zum Förderprogramm bietet das ifb praxisbezogene Workshops und andere Fach- und Fortbildungsveranstaltungen für die Fachkräfte vor Ort an.
 

Familiengründung

Auch wenn die Familiengründung nur eine Option unter vielen darstellt, ist Elternschaft für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil ihrer Lebensplanung. Angesichts dauerhaft niedriger Geburtenraten in Deutschland und deren Konsequenzen kommt Fertilitätsentscheidungen eine höchst relevante gesellschaftliche Bedeutung zu. Der Fragestellung, welche förderlichen und hinderlichen Faktoren rund um die Entscheidung zur Familiengründung wirken, widmete sich das ifb bereits in verschiedenen Projekten, die sich vor allem mit speziellen Schwierigkeiten und Herausforderungen beim Übergang zur Elternschaft befassten. In jüngster Zeit werden in diesem Kontext bislang wenig beachtete Themen untersucht: So ist der Kinderwunsch für manche Paare nicht einfach zu realisieren und eine ungewollte Kinderlosigkeit wird immer häufiger zum Thema. Die Hintergründe sind vielfältig und umfassen sowohl physische bzw. gesundheitliche Faktoren als auch soziokulturelle Einflüsse. Bisher wurden deshalb die Lebenssituation von betroffenen Frauen und Männern mit unerfülltem Kinderwunsch sowie deren Informations- und Unterstützungsbedarf untersucht.

Im Rahmen eines aktuellen Projektes werden Evaluationsinstrumente entwickelt, die zur Qualitätssicherung der bestehenden Beratungsangebote bei Kinderwunsch beitragen und den Aufbau bedarfsgerechter Unterstützungsangebote fördern sollen. Ferner stellt die Lebenssituation von Familien, welche nach erfolgreicher Inanspruchnahme reproduktionsmedizinischer Unterstützung ein Kind bekommen haben, einen weiteren Forschungsschwerpunkt für die nächsten Jahre dar. Untersucht werden soll, welche besonderen Herausforderungen sich für diese Familien stellen, welche Rolle die Aufklärung zum Herkunftsrecht des Kindes spielt sowie welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen bereits etablierten und neuen Familienformen (wie zum Beispiel die Solo-Mutterschaft nach Inanspruchnahme einer Samenspende) bestehen. Auch die Problematik, die sich aus einer gleichgeschlechtlichen Beziehung hinsichtlich des Kinderwunsches ergibt, wird zurzeit vom ifb bearbeitet. Dabei werden vor allem die gegenwärtigen gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen betrachtet, die es den Betroffenen erschweren, ihren Kinderwunsch zu realisieren.

Generationenbeziehungen

Generationenbeziehungen haben vielfältige Facetten. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Alterung der Bevölkerung werden die gesellschaftlichen Generationenverhältnisse vielfach und in verschiedenster Hinsicht problematisiert – insbesondere bezüglich der Leistungsfähigkeit des sozialen Sicherungssystems. Aus Sicht der Familienforschung sind Generationenbeziehungen in erster Linie wechselseitige Austausch- und Unterstützungsbeziehungen zwischen mehreren Generationen einer Familie. Diese Beziehungen sind von intergenerationaler Verbundenheit, der Norm, erhaltene Hilfestellungen und Leistungen zu erwidern und der Verpflichtung gegenüber den anderen Familienmitgliedern geprägt. Eltern erwachsener Kinder engagieren sich nicht nur in Form von – oft hohen – finanziellen Transfers an die jüngere Generation, son- dern übernehmen auch andere Aufgaben. So hat die Studie „Enkelkinderbetreuung“ ergeben, dass die Betreuung der Enkelkinder ein wichtiger Bestandteil von Generationenbeziehungen ist, von dem viele Eltern profitieren. Eine andere Untersuchung des ifb ergab, dass erwachsene Kinder ihrerseits oftmals die Hauptverantwortung für die Versorgung und Pflege ihrer betagten (Schwieger-)Eltern übernehmen oder ihnen bei der Organisation und Sicherstellung geeigneter Unterstützungsmaßnahmen helfen.

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