Wissenschaftliche Begleitung der Hofer Schulbegleitung

Die Hofer Schulbegleitung setzt sich zum Ziel, Kinder aus benachteiligten Familien im schulischen, aber auch im sozialen und gesundheitlichen Bereich zu unterstützen. Adressaten sind Familien mit Migrationshintergrund, alleinerziehende Eltern und materiell unterversorgte Familien.

Fragestellungen und Zielsetzungen des Projekts

Während die Konzeption der ursprünglichen Hofer Schulbegleitung eine Unterstützung von Schülern aller Jahrgangsstufen vorsah, ist im Zuge der Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen eine Engführung des Modellprojekts auf die Zielgruppe der Erst- und Zweitklässler vorgesehen. Damit soll bereits ab dem Schulbeginn das Auftreten von Schwierigkeiten in der Schule, in der Familie und im sozialen Umfeld der Kinder verhindert werden (Primärprävention).

Die Hofer Schulbegleitung zielt dabei auf folgende Förderbereiche ab:

  • schulische Bildung,
  • kulturelle Teilhabe,
  • gesellschaftliche Integration und
  • Gesundheitsverhalten der Kinder

Die Projektkoordination übernimmt eine bei Integra Hof beschäftigte Sozialarbeiterin. Die Förderung wird durch ehrenamtliche Mentoren übernommen und angeleitet, welche in ein Netzwerk an Lehrern, Lernpartnern, Eltern und Projektkoordinatorin eingebunden sind und den Familien als Ansprechpartner(innen) zur Verfügung stehen.

Ein weiteres Ziel ist es, die Eltern durch die aktive Teilnahme und die Übernahme von Verantwortung im schulischen Bereich (Lesen mit dem Kind, Zeugnisbesprechung mit dem Lehrer) mit einzubinden. Hierbei ist die Zusammenarbeit mit dem/der Mentor(in), dem/der Lernpartner(in) und der Projektkoordinatorin sowie die Rückmeldung an diese besonders wichtig. Um das Engagement der Eltern zu gewährleisten, wird ein Erziehungsvertrag geschlossen, in dessen Rahmen die Eltern eine Selbstverpflichtung eingehen, sich aktiv in bestimmten Bereichen (wie z.B. Leseunterstützung, Kontakt zur Schule) einzubringen.

Methodisches Vorgehen

Das ifb soll die Neukonzeption der Hofer Schulbegleitung mitgestalten und die wissenschaftliche Begleitung dieses Modellprojektes übernehmen. Hierbei ist geplant, das ursprüngliche Konzept der Hofer Schulbegleitung auf die neue Zielgruppe der Erst- und Zweitklässler anzupassen.

Das Modellprojekt startete im September 2008 zum Schuljahresbeginn mit einer einjährigen Pretestphase. Das methodische Vorgehen wird sich an den Inhalten und Rahmenbedingungen des Projektes orientieren und auf der Grundlage der Erkenntnisse aus dem einjährigen Pretest weiter präzisiert.

Die wissenschaftliche Begleitung hat zunächst das Auswahlverfahren für die in das Projekt aufgenommenen Familien bzw. Kinder mitgestaltet und dokumentiert.

Im Anschluss daran sollen in Kooperation mit den verschiedenen Akteuren und partizipierenden Einrichtungen vor Ort gemeinsam geeignete Messinstrumente durch das ifb entwickelt und mit einer kleinen Gruppe an Erstklässlern (N = 12) während der Pretestphase getestet werden. Zielpersonen für diese Erhebungen sind nicht nur die teilnehmenden Kinder, sondern auch deren Eltern, Lehrkräfte und Mentor(inn)en. Diese sollen das Verhalten der Kinder einschätzen und über den Entwicklungsstand der Kinder berichten; zudem sollen sie den eigenen Einsatz im Projekt dokumentieren.

Im September 2009 startet die Hauptphase der wissenschaftlichen Begleitung in zwei Schulen in Hof. Das Ziel wird sein, 20 teilnehmende Familien und Kinder für zwei Jahre wissenschaftlich zu begleiten.

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Teaser Hofer-schulbegleitung
Projektinfo

Das Projekt wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen

Laufzeit: 9/2008 bis 8/2011

Projektleitung und Bearbeitung: Prof. Dr. Gudrun Cyprian, Dr. Marina Rupp, Dipl.-Soz. Andrea Buschner, Dipl.-Soz. Anna Dechant

Veröffentlichungen

Anna Dechant, Gudrun Cyprian, Uta Brehm, Regina Neumann & Lena Sebelka: Wissenschaftliche Begleitforschung des Modellprojekts ‚Hofer Schulbegleitung‘. Abschlussbericht. Bamberg: Staatsinstitut für Familienforschung, ifb-Materialien 3-2012.