Medienerziehung im digitalen Zeitalter – Impulse für die Familienbildung

Familienalltag ist auch Medienalltag – und somit ist der Umgang mit Medien ein zunehmend bedeutendes Erziehungsthema. Die ifb-Elternbefragung aus dem Jahr 2016 verdeutlicht, dass sich die Eltern- und Familienbildung diesem Bereich dringend annehmen muss. Mit diesem Projekt wollen wir Impulse und Umsetzungsideen für die Fachpraxis zusammentragen.

Hintergrund

Digitale Medien sind omnipräsent im Familienalltag

Digitale Medien sind omnipräsent im Familienalltag – und ein häufiges Konfliktthema in der Familie. Sowohl der eigene Umgang mit Medien und die eigene Vorbildfunktion als auch der Erwerb von Medienkompetenzen sowie die Mediennutzung im Kindes- und Jugendalter sind daher Themen, mit denen sich Eltern zwangsläufig auseinandersetzen.

Eltern benötigen Unterstützung bei der Medienerziehung

Durch rasante Medienentwicklungen kann es jedoch an Orientierungshilfen mangeln. Die Ergebnisse der dritten ifb-Elternbefragung zeigen: Medien sind eines der am häufigsten genannten Erziehungsthemen, zu denen Eltern Beratungsbedarf artikulieren. Hierzu wünschen sich Mütter und Väter auch einen Ausbau von Informationsangeboten – vor allem ab dem Grundschulalter. Insbesondere zu neuen bzw. digitalen Medien möchten viele Eltern mehr Informationen (Lampert 2013). Gefragt sind unkomplizierte technische Lösungen zum Jugendschutz sowie Orientierung bei der Aufstellung von sinnvollen und handhabbaren Regeln, beim Finden der „richtigen“ Balance zwischen Kontrolle und Vertrauen in einen verantwortungsvollen Medienumgang der Kinder und Jugendlichen und zu der Frage, welche Kompetenzen und Kenntnisse Eltern sich angesichts hochdynamischer Medienentwicklungen selbst aneignen sollten (Wagner et al. 2016).

Familienbildung kann einen wertvollen Beitrag für die Medienerziehung leisten

Somit besteht ein dringender Bedarf, dem sich die Familienbildung annehmen sollte, um ihrem Auftrag nach § 16 SGB VIII gerecht zu werden. Als Expertinnen und Experten für Erziehung und Familienleben können Fachkräfte der Familienbildung einen wertvollen Beitrag leisten, Eltern bei der Medienerziehung zu unterstützen. Eine zentrale Herausforderung wird dabei sein, Angebote so zu modifizieren und zu entwickeln, dass diese von den Eltern in Anspruch genommen werden. Der Familienbildung stellt sich allerdings die Frage, wie Eltern bei der Medienerziehung gut begleitet werden können.

Es besteht ein Fortbildungsbedarf zum Thema Medienerziehung in der Familienbildung

Bereits 2010 stellen Rupp et al. fest, dass das Thema Medien in der Familienbildung vernachlässigt wird. Darüber hinaus gibt es aus einer Studie mit Fachkräften der Erziehungsberatung und der stationären Jugendhilfe hinreichende Belege dafür, dass der Informations- und Fortbildungsbedarf bei Fachkräften groß ist. Bekannt ist auch, dass ein großer Teil dieser Fachkräfte die eigenen Kompetenzen kritisch sieht, um dem eigenen Anspruch, professionell zu beraten, gerecht zu werden (Wagner et al. 2016).

Es gibt bereits ein vielfältiges Informationsangebot zum Aufwachsen mit digitalen Medien

Sowohl für Fachkräfte als auch für Eltern stehen bereits vielfältige aktuelle Informationen in verschiedenen Formaten zu Verfügung, gedruckt als Broschüre oder Newsletter oder digital als App oder Web-Portal. Für Praktikerinnen und Praktiker kann es jedoch zeitaufwändig sein, aus diesem vielfältigen und zum Teil unüberschaubar wirkenden Informationsangebot die für sie passenden Informationen herauszufiltern.

Ziel: Aufbereitung und Bündelung praxisrelevanter Informationen

Mit diesem Projekt wird der aktuelle Forschungsstand zum Thema aufbereitet und ein Überblick über diese zahlreichen Informationsmöglichkeiten geschaffen. Insbesondere werden geeignete Angebote für die Arbeit in der Eltern- und Familienbildung zusammengetragen, welche die Medienerziehung in der Familie unterstützen können. In Form einer Veröffentlichung sollen konkrete Ideen und Impulse zur Gestaltung von Familienbildungsangeboten zum Thema digitale Medien gebündelt werden.

Literatur

Lampert, Claudia (2013): Informationsangebote, -verhalten und -bedürfnisse von Eltern zur Medienerziehung. In: Wagner, Ulrike/Gebel, Christa/Lampert, Claudia (Hg.): Zwischen Anspruch und Alltagsbewältigung: Medienerziehung in der Familie. Berlin: Vistas-Verlag, S. 221-242.

Neumann, Regina/Smolka, Adelheid (2016): Familienbildung aus Sicht bayerischer Mütter und Väter. Ergebnisse der dritten ifb-Elternbefragung zur Familienbildung. Bamberg: Staatsinstitut für Familienforschung, ifb-Materialien 3-2016.

Wagner, Ulrike/Eggert, Susanne/Schubert, Gisela (2016). MoFam – Mobile Medien in der Familie. Langfassung der Studie. München: JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis.

Rupp, Marina/Mengel, Melanie/Smolka, Adelheid (2010): Handbuch zur Familienbildung im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe in Bayern. Bamberg: Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg, ifb-Materialien 7-2010. nach oben

Photo by Alexander Dummer on Unsplash

Teaser Digitale Medien
Projektinfo

Das Projekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gefördert

Laufzeit: 01/2019 - 06/2020

Projektbearbeitung: Dipl.-Soz. Regina Neumann (Projektleitung)