Anforderungen an zukünftige Unterstützungsnetzwerke für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

Vor dem Hintergrund der Veränderung der Altersstruktur unserer Gesellschaft und angesichts der Heterogenität der Lebensphase Alter stellt sich die Frage, welche Rahmenbedingungen ein selbstbestimmtes Leben im Alter auch bei Hilfe- und Unterstützungsbedarf ermöglichen. Ziel des Projektes ist es, einen Überblick über familiale und außerfamiliale Unterstützungsangebote und Hilfestrukturen sowie über Erkenntnisse zu deren Akzeptanz und Wirkung zu geben.

Gegenstand der Untersuchung

Die Altersstruktur der Bevölkerung in Bayern verändert sich: Während im Jahr 2012 2,5 Millionen Menschen über 65 Jahre in Bayern lebten, werden es im Jahr 2032 voraussichtlich 3,4 Millionen sein. Der Altenquotient in Bayern wird von 32,0 % im Jahr 2012 auf 47,3 % im Jahr 2032 steigen. Dies bedeutet, dass 47 Menschen ab 65 Jahren 100 Menschen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren gegenüberstehen werden (Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung 2014). Auch wenn die älteren Menschen sich heute durch einen außerordentlich guten Gesundheitszustand auszeichnen, gilt es angesichts dieser demografischen Entwicklungen, Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes Altern auch bei Hilfe- und Unterstützungsbedürftigkeit zu schaffen. Dieses soll nach dem Wunsch der meisten älteren Menschen möglichst lange in der vertrauten häuslichen Umgebung möglich sein.

Im Bereich der Unterstützung und Hilfen für ältere Menschen gibt es eine außerordentliche Vielfalt an Angeboten und Strukturen. Die Palette reicht neben der Sorge durch Familie und Freundeskreis über durch bürgerschaftliches Engagement getragene Nachbarschaftshilfen, Betreutes Wohnen zu Hause, Angebote für haushaltsnahe Dienstleistungen und präventive Hausbesuche, verschiedene Möglichkeiten im Bereich des Ambient Assisted Living (AAL), Begegnungs-, Anlauf- und Beratungsstellen, Quartierskonzepte und Seniorengenossenschaften bis hin zu neuen Wohnformen für ältere Menschen (z.B. Seniorenhausgemeinschaften, generationenübergreifende Wohnformen, Wohnen für Hilfe). Diese Vielfalt führt jedoch auch zu einer gewissen Unübersichtlichkeit. Zudem weiß man wenig darüber, wie die verschiedenen Angebote und Maßnahmen von älteren Menschen angenommen werden und welchen Nutzen bzw. welche Wirksamkeit sie haben.

Zielsetzung und methodisches Vorgehen

Das Forschungsprojekt zielt darauf ab,

  • einen systematischen Überblick über die Vielfalt familialer und außerfamilialer Unterstützungsmöglichkeiten und -formen zu geben und
  • wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirksamkeit und Akzeptanz verschiedener Angebote und Strukturen zusammenzustellen.

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Projektinfo

Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

Laufzeit: April 2015 bis Dezember 2015

Projektleitung: Dr. Adelheid Smolka
Projektbearbeitung: Annika Rinklake