Rollen- und Familienbilder im internationalen Vergleich

Eine Bestandsaufnahme auf Basis der European Value Study aus dem Jahr 2008. Sie bietet die Möglichkeit, Einstellungen in Bezug auf drei zentrale Dimensionen des Familienbildes des bürgerlichen Familienideals vergleichend in 46 Ländern zu betrachten. Damit können Länder mit deutlich unterschiedlichem kulturellen Hintergrund in die Analyse einbezogen werden.

Zielsetzung und methodisches Vorgehen

Individuelle Einstellungen und die im geschlechtsspezifischen Rollenverständnis verankerten Erwartungen an die Verhaltensweisen von Männern und Frauen beeinflussen viele unserer Entscheidungen und Handlungen. Dies gilt insbesondere für die Konzeption von Familie. Allerdings hat das Familienbild in der letzten Zeit Veränderungen erfahren, beispielsweise hinsichtlich der Erwerbstätigkeit von Müttern. So ist Mutterschaft zunehmend mit Erwerbsbeteiligung kompatibel, während Vaterschaft sich nicht mehr allein in der Erfüllung der Versorgerrolle – in der Regel durch umfangreiche Erwerbsbeteiligung – erschöpft. Dies geht einher mit einem deutlichen Wandel der Geschlechter-Arrangements seit den 1960er Jahren, der vor allem auf die Bildungsexpansion und insbesondere die steigende Bildungsbeteiligung von Frauen zurückgeht. In diesem Kontext wurde das bürgerliche Familienideal, welches für die Ehefrau die „Hausfrauenrolle“ innerhalb einer „Versorgerehe“ vorsah, in Frage gestellt. Dieses Leitbild forderte neben den geschlechterspezifischen Rollenvorstellungen auch die heterosexuelle, monogame Ehe als Voraussetzung für die gesellschaftliche Anerkennung als Familie. Die zunehmenden Zahlen von nichtehelichen Geburten und nichtehelichen Lebensgemeinschaften mit Kindern, aber auch die steigende staatliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften bzw. Familien weisen bezüglich dieser Dimensionen des bürgerlichen Familienideals auf einen langfristigen kulturellen Wandel hin.

Methodisches Vorgehen

Untersucht wird der jeweilige Stand des gesellschaftlichen Diskurses über

  1. geschlechtsspezifische Rollenzuschreibungen in der Familie,
  2. die Bedeutung der Institutionalisierung von Familie durch die Ehe und
  3. die normative Konzeption von Sexualität.

Ziel der Analysen ist es, die Länder hinsichtlich der Positionen bezüglich der genannten Dimensionen zu Gruppen zu bündeln und diese inhaltlich zu beschreiben.

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Projektinfo

Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

Laufzeit: 8/2013 bis 12/2013

Projektteam: Dr. Marina Rupp, Dipl.-Soz. Ursula Adam, Dipl.-Soz. Christian Haag