Fit fürs Baby

Anliegen des Modellprojektes ist es deshalb, in Zusammenarbeit mit örtlichen Trägern in Kulmbach ein Angebot umzusetzen, das alle Eltern zu diesem Zeitpunkt der Familienentwicklung erreicht und effektiv unterstützt. Zielsetzung ist es die Familien zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt zu erreichen.

Die Notwendigkeit, familienbildende Maßnahmen zu entwickeln und anzubieten, ergibt sich aus den weitreichenden gesellschaftlichen Veränderungen in unterschiedlichen Bereichen. Nicht nur die Arbeitswelt verändert sich und stellt erhöhte Anforderungen an die Mobilität und Flexibilität von Männern und Frauen sowie an ihre Bereitschaft zu lebenslangem Lernen. Auch die familialen Rahmenbedingungen, wie z.B. die Familienform (z.B. Patchworkfamilien, Alleinerziehende) oder die Organisation des Zusammenlebens in Familien (z.B. die Verteilung von Erwerbs- und Familienarbeit) unterliegen ständigem Wandel.

Auch haben sich die Möglichkeiten, erzieherisches Wissen zu erwerben, in den letzten Jahrzehnten verringert. So hat die Weitergabe solcher Kenntnisse von der Herkunftsfamilie an junge Eltern wegen des schnellen gesellschaftlichen Wandels und der zunehmenden Komplexität und Pluralität in unserer Gesellschaft an Bedeutung verloren. Dem hat der Gesetzgeber durch die Betonung präventiver Ansätze im KJHG insbesondere durch die Förderung familienbildender Maßnahmen (§ 16 KJHG) Rechnung getragen. Allerdings scheinen, wie Begleituntersuchungen deutlich machen konnten, nicht alle Eltern in gleichem Maße von familien-bildenden Angeboten zu profitieren (Pettinger, et al. 2001). Gerade sozial benachteiligte Familien sind kaum durch familienunterstützende Maßnahmen zu erreichen, ehe Fehlentwicklungen bekannt werden. Nicht nur für diese Familien, aber in besonderem Maße für sie, wäre eine früh in der Familienentwicklung einsetzende unterstützende Begleitung sinnvoll.

Gegenstand der Untersuchung

Als Zugang zu den familienbildenden Angeboten wurde daher eine Kombination von Geh- und Kommstruktur gewählt, die es allen Eltern erleichtert, die Angebote zu nützen. Gleichzeitig sollen Schwellenängste im Umgang mit Ämtern und Behör-den abgebaut werden, so dass Eltern die im Landkreis Kulmbach vorhandenen, gut ausgebauten Informationssysteme und Hilfsangebote optimal nützen können.

Methodisches Vorgehen

Eine Stärke des Gesamtkonzeptes liegt in der Vielfalt von Kooperationspartnern, die teils bereits im Vorfeld bei der Erstellung der Konzeption mit eingebunden waren.

Wesentliche Aspekte der Konzeption sind:

  • Die persönliche Kontaktaufnahme mit jungen Mütter im Klinikum durch eine erfahrene sozialpädagogische Fachkraft des Familientreffs (Geh-Struktur).
  • Anreize für den Zugang zum Familientreff Negeleinstraße mit seinen vielfältigen Angeboten für Mütter und Väter durch Gutscheine (niedrigschwelliger Komm-Aspekt).
  • Die Möglichkeit der schnellen Unterstützung vor Ort durch die Einrichtung eines Familienbüros im Familientreff und Kontaktvermittlung zu anderen Hilfsangeboten.

Das ifb übernimmt die wissenschaftliche Begleitung des Projektes. Ziel ist, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, inwieweit das Konzept die Kriterien der Niederschwelligkeit erfüllen kann und zu überprüfen, ob die gewählte Vorgehensweise geeignet ist, diejenigen Bevölkerungsgruppen zu erreichen, die bislang familienbildende Angebote wenig oder gar nicht nützen. Diese Erkenntnisse sind insbesondere im Hinblick auf die Übertragbarkeit des Modells von Bedeutung.

Die wissenschaftliche Begleitung beinhaltet drei Bausteine:

  • Begleitung der Kooperation,
  • telefonische Befragung der angesprochenen Eltern,
  • Evaluation der Vermittlerfunktion des Familientreffs.

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Projektinfo

Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen

Laufzeit: 1/2004 bis 12/2006

Projektleitung: Dr. Marina Rupp

Projektbearbeitung: Dipl.-Psych. Rotraut Oberndorfer, Dipl.-Päd. Melanie Mengel