Bildungsort Familie

Aufgabe des ifb war es, die in diesem Kontext gewonnenen Erkenntnisse zu bündeln, um einen kurzen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung und deren Ergebnisse zu erlangen.

Forschungsauftrag und Methode

Die Familie als Ort der Bildung ist in letzter Zeit – im Kontext der Ausweitung der Bildungsforschung – wieder mehr in den Fokus des Interesses gerückt. Experten sind sich einig, dass die Leistungen wie auch der Einfluss der Familie für die Sozialisation und Bildung von Kindern, insbesondere in den ersten Lebensjahren, stark unterschätzt wurden. Vor diesem Hintergrund war es eine Aufgabe des ifb, die in diesem Kontext gewonnenen Erkenntnisse zu bündeln, um einen kurzen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung und deren Ergebnisse zu erlangen. Dieser wurde mittels einer ausführlichen Literaturrecherche sowie einer Sonderauswertung des Datensatzes AID:A zusammengestellt. Die Sonderauswertung der AID:A-Daten wurde vom DJI, welches diese Studie durchgeführt hat, ausgearbeitet und dem ifb im Rahmen einer Expertise verfügbar gemacht (Wir danken Dr. Christian Alt für sein Engagement und die fruchtbare Kooperation).

Ausgewählte Ergebnisse

Für Bildungsprozesse ist ein sozialer Kontext vonnöten, wobei der Familie eine besondere Bedeutung zukommt. Sie existiert neben anderen Bildungsorten und Lernwelten und wird wegen ihres ganz speziellen Charakters als Bildungswelt bezeichnet. In der Familie finden vor allem informelle Bildungsprozesse statt, d. h. zufälliges, freiwilliges, beiläufiges Lernen. Die besondere Bedeutsamkeit der Familie für die kindliche Bildung erschließt sich zum einen daraus, dass sie zeitlich gesehen der erste Ort der Erziehung und Bildung ist. Zum anderen besteht zwischen Eltern und Kindern eine spezifische emotionale Beziehung auf der Basis von Vertrauen und Verbundenheit. Eine entsprechende sichere Bindung ist eine wichtige Voraussetzung für Exploration und somit Lernen.

Unter den Kompetenzen, die in der Familie vermittelt werden, ist die Sprache an erster Stelle zu nennen, da durch sie Wissen erworben wird und Denkprozesse strukturiert werden. In der „Wissens- und Informationsgesellschaft“ gehören die Aneignung von Wissen und der kompetente Umgang mit Information(smöglichkeit)en zu den wesentlichen Grundkompetenzen. Der Erwerb dieser sogenannten information literacy geschieht bereits vor der Einschulung, insbesondere durch intergenerationale Austauschprozesse. Diese wenigen Beispiele verdeutlichen, dass die Familie der erste und zugleich lebensbegleitend einflussreichste Ort für die Entwicklung und Bildung eines Kindes ist. Für gelingende Lernprozesse sind zudem vielfältige und anregungsreiche soziale Kontexte vorteilhaft.

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Projektinfo

Im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration.

Laufzeit: 1/2013 bis 5/2013

Projektleitung: Dr. Marina Rupp

Projektbearbeitung: Dipl.-Soz. Regina Neumann